Arbeitsprobe nach DIN 33430
DIN 33430 zählt zu den Verfahren zur Eignungsbeurteilungen die
Arbeitsproben (B.48). Weiter erwähnt sie Arbeitsproben nicht.
Arbeitsproben sind jedoch einige der ältesten und wirksamsten
Methoden: Der Bewerber bearbeitet in einer simulierten Situation
einen Auftrag aus dem beruflichen Alltag. Wie gut kann er diesen
Aufrag bearbeiten? Dies fragt sich der Prüfer und beurteilt Weg
und Ergebnis des Bewerbers.
Beispiele:
Eine Bewerberin möchte als Kellnerin arbeiten: Der Gastwirt
beauftragt sie, mehrere Kunden zu bedienen; Bekannte des
Gastwirt "spielen" die Kunden; anschließend beurteilt der Gast-
wirt die Bewerberin: Ihre Freundlichkeit, Ihre Aufmerksamkeit,
und Ihre Abrechnungen. Andere Beispiele für Arbeitsproben
sind die Mappen von Künstlern, das Casting von Schauspielern
oder Probetexte angehender Schriftsteller oder Journalisten.
Arbeitsprobe nach Kanning (2004):
Bei der Arbeitsprobe werden wichtige Ausschnitte aus der Arbeits-
tätigkeit simuliert und das Verhalten des Probanden in diesen
Situationen sowie das Arbeitsergebnis einer systematischen
Beobachtung unterzogen. Die Arbeitsprobe besitzt die höchste
Einzelvalidität (Gültigkeit, Aussagekraft) aller diagnostischen
Verfahren.
Anforderungen an Auftragnehmer und Beobachter nach
DIN 33430:
Wer als externer oder interner Auftragnehmer Verhaltens-
beobachtungen und Verhaltensbeurteilungen durchführt oder
daran als Beobachter mitwirkt, benötigt Kenntnisse zu:
- "Beobachtung": Begriff und Verständnis;
- Systematik der Beobachtung;
- Operationalisierung von Eignungsmerkmalen;
- Definition und Abgrenzung von Beobachtungseinheiten;
- Registrierung und Dokumentation der Beobachtungen;
- Auswertung bzw. Bewertung der Beobachtungen;
- Bezugsmaßstab;
- Rating- bzw. Skalierungsverfahren;
- Formen der Urteilsbildung: statistisch und nicht-statistisch;
- Beobachtungsfehler bzw. Beobachtungsverzerrungen;
- Gütekriterien: Objektivität, Reliabilität (Zuverlässigkeit):
auch Übereinstimmung, Gültigkeit: Validität.
Tipps von din33430.net zur Arbeitsprobe:
Uwe Peter Kanning (2004): Standards der Personaldiagnostik. Kapitel 7.6.
Berlin: Beuth, Göttingen: Hogrefe.
Dieses Buch empfehlen wir sehr: Es enthält neben den Originaltext der
DIN 33430 eine Fülle an Informationen. Und: Kanning schreibt lesbar
für Praktiker!